Boulen - Was genau ist das?

Pètanque- (Boule-) Kugeln

 

Mit Boule verbinden viele Deutsche das vorwiegend in Frankreich ausgetragene Freizeit-Kugel-Spiel. Der korrekte Name ist allerdings Pètanque. Die Franzosen benutzen Pétanque zur Abgrenzung zu anderen französischen Boule-(Kugel-)Sportarten. In Deutschland wurde die Freizeitvariante vor allem von Frankreich-Urlaubern „importiert“ und meist Boule genannt. In den Spielregeln lehnen sich die Freizeitspieler an die Pétanque-Regeln an.

 

 

 

Boulen - nur etwas für Seniorinnen und Senioren?

"Boule" haben viele kennengelernt als gemütliches Spiel Älterer, z.B. auf Dorfplätzen oder in Parks in französischen Ferienregionen - bei Käse und Rotwein. Letzteres ist auch in Deutschland bei geselligen Boule-Veranstaltungen durchaus beliebt.

Sport für Jedermann

Boulen ist aber ebenso ein beliebter Sport für Jedermann. In den unterschiedlichsten Turnierformen gespielt, stellt es auch an junge Sportler hohe Anforderungen an Konzentration und Kondition. Durch eine variable Spielgestaltung lassen sich diese Anforderungen den Wünschen der Teilnehmer anpassen. So kann z.B. die Anzahl der Team-Mitglieder zwischen 1 bis 4 variieren. Oder anstatt 13 können 11 Gewinnpunkte oder ein Spiel mit zeitlichem Limit vereinbart werden.

 

  • Die Ausrüstung und was sie ungefähr kostet
  • Die Ausrüstung für Boule (Pétanque) ist einfach und kostengünstig.
  • Hierzu gehören:
  • drei Spielkugeln (ein Satz)
  • die Zielkugel (Schweinchen)
  • ein Tuch (zum Säubern der Kugeln)
  • ein Meßgerät (zum Abstandmessen, z.B. ein handelsübliches Maßband)
  • eine Tasche

 

 

Diese Ausrüstung ist im Versandhandel für 20 bis 30 € (Freizeitversion) Wie bei der Tennisausrüstung sind die Preise nach "oben offen". So kann man für die wettkampffähige Profiausrüstung auch bis zu 100 € und mehr ausgeben. Außer im Versandhandel ist die Ausrüstung auch im einschlägigen Sportfachhandel zu beziehen.

   

 

(z.B. nebenstehende Ausrüstung mit Sätzen Spielkugeln und Meßgerät gefunden bei AMAZON für 9,99 €) Bei der Internetsuche nach günstigen Angeboten sollte als Suchwort Petanque angegeben werden.

Regeln des Boulespiels in Kurzform für Hobbyspieler

Boule ist von den artverwandten Kugelspielen das populärste und das am meisten verbreitete.

Der Bazillus Boule breitete sich, ausgehend von Südfrankreich, in den letzten Jahrzehnten stetig nach allen Richtungen aus und ist inzwischen auf allen Erdteilen anzutreffen.

   

     Zwei Teams spielen gegeneinander. Ein Team besteht in der Regel aus 2 oder 3 Spieler/innen, die über insgesamt sechs Kugeln verfügen. In der Zweiermannschaft spielt jeder mit drei, in der Dreier-mannschaft mit zwei Kugeln. Es kann auch 1-1 gespielt werden. Sollte in einem Team ein Mitspieler fehlen, so dass z.B. drei gegen zwei antreten, so verfallen auch die Kugeln des fehlendes Spielers. Sie dürfen also nicht von den anderen Spielern geworfen werden!

    Spielablauf
    Vor Beginn des ersten Durchganges wird ausgelost, welche Mannschaft das Ziel (eine kleine Holzkugel von 25- 30 mm Durchmesser) zuerst werfen darf.

Ein/e Spieler/in dieser Mannschaft zeichnet einen Kreis auf den Boden (35- 50 cm Durchmesser) aus dem das Ziel auf eine Entfernung von 6 - 10 m geworfen wird.

Die gleiche Mannschaft wirft nun die erste Kugel, dem Ziel so nahe wie möglich. Beim Wurf müssen die Füße der/s Spieler/in bzw. Spielers innerhalb des Kreises sein und Bodenkontakt behalten, bis die gespielte Kugel den Boden berührt.

Mannschaft B versucht nun, eine Kugel dem Ziel noch näher zu bringen - ist ihr das gelungen, versucht Mannschaft A diese Kugel zu überbieten...und so fort, bis alle Kugeln gespielt sind. Hat eine Mannschaft keine Kugeln mehr, versucht die andere Mannschaft ihre Kugeln so zu platzieren, dass sie näher am Ziel liegen als die dem Ziel am nächsten liegende gegnerische Kugel. Denn jede Kugel einer Mannschaft, die dem Ziel näher liegt als die bestplatzierte des Gegners zählt einen Punkt.

   

    In einem Durchgang wird also mindestens 1 Punkt vergeben und im Extremfall 6 Punkte.

    Die Mannschaft, die den Durchgang gewonnen hat, beginnt den nächsten wie vorher beschrieben. Das Spiel ist beendet, wenn ein Team 13 Punkte gewonnen hat.

    Höchst simpel also- und was soll daran so faszinierend sein? Das einfache Prinzip dieses Spiels lässt der Taktik und Phantasie den Raum, der jeden Durchgang anders aussehen lässt. Ein taktischer Fehler ist meist gravierender als eine schlecht gespielte Kugel. Bei jeder zu spielenden Kugel bieten sich so viele Möglichkeiten der Ausführung (gegnerische Kugel wegschießen- den Weg zum Ziel verbauen um den Verlust zu minimieren- mit der Kugel die Lage des Ziels verändern etc.), dass im Regelwerk die Zeit für taktische Überlegungen begrenzt werden muss.

    Spieltechniken
    Grundsätzlich gibt es zwei Arten, die Kugel zu spielen- indem man legt oder schießt. Es gibt zwar die unterschiedlichsten Techniken beim Legen wie auch beim Schiessen- um aber diese Techniken in den Griff zu bekommen, sollten Sie auf die richtige Handhaltung achten: man wirft mit der nach unten gewandten Handfläche. Dadurch bekommt die Kugel einen gewissen Rückdrall, und wenn Sie den Dreh heraushaben, können Sie die Kugel so manipulieren wie es Bodenbeschaffenheit und Spielsituation verlangen.

    Mindestens so wichtig wie die Beherrschung der Technik ist die Taktik, die dem Spiel die Würze gibt. Über dieses Thema sind schon Abhandlungen geschrieben worden, dick wie Kochbücher- doch nach deren Lektüre werden Sie kaum schlauer sein, Praxis heißt hier das Rezept.

    Beim Spiel mit "Expert/innen" werden Sie schnell erfahren, warum "zugemacht werden muss", ein Schuss zu gefährlich oder zu spät oder auch unbedingt notwendig, ein "devant de boule" die einzige Rettung.

    
    Fazit: Boulen kann sehr wohl mehr sein als nur "Alters-Sport"